Supplier Scouting & Lieferantenentwicklung

Historisch gewachsen ist keine Strategie.

Warum die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten das teuerste Risiko im Einkauf ist, und wie aus Entwicklung und Scouting ein verlässlicher zweiter Weg entsteht.

Für wen dieser Baustein ist

Für Geschäftsführer und Einkaufsleiter im Maschinen- und Anlagenbau, die bei kritischen Teilen keinen zweiten Weg haben.

  1. 01Für ein kritisches Teil gibt es genau einen Lieferanten, und niemand weiß, was passiert, wenn er ausfällt.
  2. 02Preise, Termine oder Qualität entwickeln sich in eine Richtung, gegen die Sie kaum etwas in der Hand haben.
  3. 03Werkzeuge, Modelle oder Vorrichtungen liegen physisch beim Lieferanten, ein Wechsel wäre heute praktisch unmöglich.

Wenn Sie sich in einem dieser Punkte wiederfinden, ist der zweite Weg überfällig.

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Ein Lieferant ist kein Lieferant, es ist ein Risiko.

„Den Lieferanten kennt der Seniorchef seit dreißig Jahren." Der Satz klingt nach Verlässlichkeit. Meistens bedeutet er etwas anderes: Es gibt keinen zweiten. Keine Alternative, keine Qualifizierung, keinen Plan B, nur die Gewohnheit, dass es ja immer lief. Gemerkt wird es erst, wenn es knallt.

Woran man es erkennt

  1. 01Der Lieferant gerät in Schieflage, Qualität bricht ein, Termine platzen.
  2. 02Preise steigen deutlich, weil der Lieferant weiß, dass Sie nicht wechseln können.
  3. 03Die eigenen Werkzeuge, Modelle und Vorrichtungen liegen in seiner Halle.
Das ist der Moment, in dem aus einer Beziehung eine Abhängigkeit wird. Und aus einer Abhängigkeit ein Preis.

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Wichtig, aber nie dringend.

Einen zweiten Lieferanten aufzubauen steht auf keiner Eskalationsliste. Das Tagesgeschäft frisst die Kapazität: Der Einkauf kommt zum Bestellen, nicht zum Suchen. Und eine strukturierte Suche mit Bewertung und Qualifizierung ist ein eigenes Handwerk, für das im Alltag weder Zeit noch Methode da ist.

"Ein zweiter Lieferant war die ganze Zeit möglich. Er war nur nie dringend. Bis jetzt."

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Entwicklung vor Wechsel.

Scouting und Lieferantenentwicklung sind zwei Seiten derselben Medaille, und die Reihenfolge ist klar. Erst wird versucht, den bestehenden Lieferanten besser zu machen: sauber dokumentieren, klar adressieren, gemeinsam die Ursache beheben, mit 8D-Report, Qualitätssicherungsvereinbarung und echten Gesprächen. Ein entwickelter Bestandslieferant ist fast immer schneller und günstiger als ein neuer. Erst wenn das nicht trägt, wird ein neuer gesucht und qualifiziert.

Der Qualifizierungsweg

  • Marktrecherche über Google hinaus: Messen, Verbände, Netzwerke, Empfehlungen, und wer den Wettbewerb beliefert.
  • Erstbewertung mit K.-o.-Kriterien: Technologie, Kapazität, Größenklasse, Zertifikate, wirtschaftliche Stabilität.
  • Erstgespräch und Anfrage mit Zeichnungen.
  • Musterteile und Erstbemusterung, bei Bedarf Audit vor Ort.
  • Probeauftrag, und die Belieferung schrittweise parallel hochfahren.

Der Hands-on-Anteil, den keine Datenbank liefert: selbst hinfahren, die Fertigung ansehen und mit den Menschen reden, die später Ihre Teile machen, nicht nur mit dem Vertrieb.

Das ist der Unterschied zwischen Suchen und Scouting.

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Das Ergebnis.

Was am Ende steht

  • AEin qualifizierter Zweitlieferant, oder mindestens eine belastbare Shortlist mit begonnener Qualifizierung.
  • BEin dokumentierter Qualifizierungsprozess samt Kriterienkatalog, den das Team künftig selbst anwendet.
  • CEntschärftes Risiko bei kritischen Teilen und eine bessere Verhandlungsposition gegenüber dem Bestandslieferanten.
  • DWerkzeuge, Modelle und Vorrichtungen zurück in geordneten Verhältnissen.

Zweiter Weg

Kritische Teile sind nicht mehr von einem einzigen Lieferanten abhängig.

Vor Ort

Bewertet wird die Fertigung, nicht das Firmenprofil.

Übertragbar

Der Kriterienkatalog bleibt im Haus und wirkt beim nächsten Mal von allein.

Wer für kritische Teile nur einen Lieferanten hat, hat keinen Lieferanten, er hat ein Risiko. Ein qualifizierter zweiter ist die günstigste Versicherung, die ein Fertiger abschließen kann.